Ein Kommentar

Morgenküsse

Es ist 5:45 Uhr morgens, ich werde von einer Hand am Rücken massiert, sanfte Küsse, vom Hals angefangen bis hin zu einem leichten Kuss auf die Nase.
Ich werde langsam wach, doch meine Augen fallen mir immer wieder zu. Die Sonne scheint mir, durch das offene Dachfenster, ins Gesicht, mir ist warm und es riecht nach frisch gemachten Kaffee. Die Hand, die mich so sachte weckte, ist nicht mehr da.

Es ertönt ein leises zischen. Eine Zigarette wird entzündet. Das Fenster geöffnet. Ein leichter Windstoß lässt mir eine Strähne ins Gesicht fallen.

Ich höre eine Stimme, die mir einen guten Morgen wünscht und eine Hand, die mir einen Kaffee reicht.
Mein Körper fühlt sich wie gelähmt an, ich fühle mich schwer, doch mit nötigster Kraft nehme ich die Tasse entgegen und flüstere ein heiseres Dankeschön.
Ich trinke, ohne mich umzudrehen, meinen Kaffee, schwarz, wie die Nacht, an die ich mich erinnern versuchte.

7:45 Uhr. I got you, babe. Mein Wecker klingelt. Ich drehe mich zur Seite, suche genervt das Telefon und murmel vor mich hin, wie schlimm dieses Lied doch ist und wieso ich es bloß als Weckton eingestellt habe. Ich stehe auf und lasse die letzten 24 Stunden Revue passieren. Mein Kopf schmerzt.

Zu Hause sitze ich nun auf dem Fensterbrett. Sehe wie es draußen regnet und denke nach. Sehnsucht türmt sich in mir. Sehnsucht, wonach?
Stell dir vor der Himmel wäre auf dem Boden. Und du jetzt bei mir. Es sind Zeiten vergangen, ich hab nichts von Dir gehört.
Die Zeit ist schwer zu töten, seit ich Dich traf. Ich will Dich wieder sehen, meine Arme um Dich legen. Deine Nähe spüren.
Was würde ich nicht alles dafür geben, um jetzt mit dir zu sein.
Ich vermisse Dich. Ich vermisse es, wie deine Hände über meine Haut wandern, kleine Stromstöße auslösen.
Du gabst mir das Gefühl zu leben, zu schweben.

Ich gehe die Straße entlang. Starre auf den grauen Asphalt. Sehe den vorbeifahrenden Autos hinterher, die ihren Weg verfolgen. Werde ich meinen Weg verfolgen?
Werde ich meinen Weg finden? Meinen Weg zu dir? Gehst du zusammen mit mir durch die Straße, auf dem Weg in die Zukunft oder biegst du kurz vor dem Ziel doch ab?
Und was wenn nicht, was wäre dann… Glaubst du nicht, du und ich irgendwann..?
Ich hab so viele Fragen an dich, mein Herzkasten flimmert. Der Atem ist doch ruhig. Spürst du meine zitternden Hände auf deiner nassen Haut?
Hör mir zu und sag mir, hab ich mich auf meinem Lebensweg völlig korrekt verfahren?

Advertisements

Über weisserzimt

Narzisstischer Dickkopf mit Hang zur Musik und Fotografie.

Ein Kommentar zu “Morgenküsse

  1. Oh ja, von einer solchen Situation kann ich gerade auch ein Lied singen. Wunderbar in Worte gepackt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: