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Eine Geschichte der Monotonie

Ich stehe auf. Es ist wie jeden Morgen. Der selbe Weckton seit Wochen. Genau drei Mal schalte ich den Wecker wieder aus, um mich exakt 5 Minuten später wieder von ihm wecken zu lassen. Völlig fertig von gestern. Mit weichen Knien stehe ich auf.
Der Blick in meinen Spiegel lässt mich nichts fühlen. Nur erkennen. Du hast dich gestern übernommen. Deine Augenringe sind dunkel. Dunkel wie schon lang nicht mehr.
Hektisch versuche ich die Augenringe aus meinem Gesicht verschwinden zu lassen. Es funktioniert nicht mehr.
Ich nehme die Bahn. Es ist wie jeden Tag. Die gleiche Bahn. In die gleiche Richtung.
Im Getümmel von Menschen laufe ich umher. Ich fühle mich allein. Allein unter so vielen Menschen. Ich bin nicht fähig, eine vernünftige Beziehung zu irgendwem aufzubauen. Bei jeder Konversation bin ich aufgeregt. Darf Zeiten nicht überschreiten. Schnell sein. Die Welt dreht sich zu schnell für mich. So viele Dinge zu merken. Sie nicht mehr vergessen zu dürfen. Alles bedeutet Zeitverlust. Jeder Fehlversuch mehr Arbeit für andere.
In einer Auszeit schaue ich aus dem Fenster. Völlig ausgebrannt ist mein Körper. Er lechzt nach Entspannung. Ich kann sie ihm nicht geben. Zu viele Menschen sind da draussen, denen es vermutlich schlechter geht als mir.
Du fühlst deinen Kopf schwimmen. Schwimmen in einem Meer aus Reizen in deiner Umgebung. Zu viele Eindrücke. Zu viele Menschen. Zu laut. Alles viel zu viel in deinem Kopf.
Die Bahn fährt dich nach Hause. Umgebung zieht an dir vorbei. Zu viele Gespräche um dich herum schmerzen deinen Körper.
Eine Tür. Ein Zimmer. Ein Bett. Am schlimmsten ist die Einsamkeit dort. Obwohl du heute vielen Menschen begegnet bist. Fühlst du dich allein. Eine Hand, die dich hält. Eine Schulter, die dich stützt. Sie fehlen. Und du bist allein.
Mit dem Gewissen. Der morgige Tag wird nicht anders sein.

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4 Kommentare zu “Eine Geschichte der Monotonie

  1. Der Titel triffts 🙂 irgendwo her kenne ich das Gefühl der Monotonie 😉

  2. So fühlen bestimmt viele Menschen. Danke fürs Teilen.

  3. Ganz toll geschrieben!

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